Im März 2025 unternahm eine zehnköpfige Gruppe des DAV eine Skitourenausfahrt mit Lawinentraining in das abgelegene Val Dosdè in den Rätischen Alpen. Die Anreise erfolgte über Klosters, den Vereinatunnel und Livigno. Untergebracht war die Gruppe im Rifugio Federico auf 2.130 Metern, einer kleinen, gemütlichen Hütte, geführt von der Familie Adriana Greco.
Die gesamte Tourenwoche wurde durch die beiden Tourenguides Alex Ulmer und Franzl Strauss geführt. Die Teilnehmer – Franzl, Alex, Jörg, Jochen, Charly, Christian, Janto, Manne, Bernd und Carlo – bildeten eine bunt gemischte, harmonische Gruppe.
Die erste Etappe führte vom Ausgangspunkt Arnoga (1.874 m) zur Hütte Rifugio Frederico. Der Anstieg betrug 260 hm auf einer Strecke von ca. 6,5 Kilometern (ca. 2 Stunden). Am Nachmittag erfolgte eine kleine Tour zu einem nahegelegenen Punkt auf 2.388 m – ebenfalls 260 hm.
Die Haupttour führte am zweiten Tag auf den Pizzo di Dosdè (3.280 m). Der Aufstieg über 1.150 hm erstreckte sich über 7,8 Kilometer und dauerte etwa 4 Stunden. Im unteren Teil noch bei sehr guter Schneelage war der Gipfelanstieg über den Südrücken abgeblasen. Der zweite Aufstieg führte weiter in Richtung Punta d‘Avedo mit weiteren 260 hm in die großräumigen Nordhänge. Die Belohnung war eine traumhafte Abfahrt im frischen Powder. Insgesamt wurden an diesem Tag 1.410 hm bewältigt.
Aufgrund einer aufziehenden Niederschlagsfront wurde der Fokus am dritten Tag auf ein intensives Lawinentraining gelegt, und im weiteren Verlauf ein erneuter Aufstieg in Richtung des bekannten und weitläufigen Beckens des Punto d’Avedo (735 Hm, 4,6 km). Hier hatten wir wieder sehr gute Schneeverhältnisse und jeder hatte tolle Tiefschneeabfahrten. Abends wurden in der Hütte theoretische Inhalte zur Tourenplanung vermittelt.
Mit 15–20 cm Neuschnee über Nacht war am 4. Tag die Bedingungen herausfordernd, da die Lawinengefahr von 3 auf 4 angestiegen war und die Sicht durch die Wolkengrenze ab 2500 m stark eingeschränkt war. Wir entschlossen uns dennoch eine Tour über das Rifugio Val Viola in Richtung Pizzo della Valle zu unternehmen mit dem Ziel der Überschreitung und ostseitigen Abfahrt Richtung Baita Caricc. Aufgrund der Lawinengefahr musste die Tour zum Gipfel jedoch kurz unterhalb bei 2800 m abgebrochen werden und im Bereich der Aufstiegsroute abgefahren werden. Ein Teil der Gruppe fuhr zur Einkehr in die rustikale und modernisierte Baita Caricc weiter ab, der andere Teil suchte erneut die Powderruns des Punta d’Avedo, sodass jeder einen erfüllten Tag hatte.
Der Abreisetag brachte Kaiserwetter, sodass eine Abschlußtour mit leichtem Marschgepäck obligatorisch war. So führte die Abschlusstour von einem Parkplatz nahe der Haarnadelkurve der Passstraße in die Nord-Ost-Hänge in Richtung der Scharte zwischen Monte Forcellina und Monte Corno. Nach etwa 2 Stunden und ca. 600 hm mussten wir umkehren, da wir die Heimreise nicht aus den Augen verlieren durften. Bei Kaiserwetter, einsamen Pulverschneehänge und besten Bedingungen, fiel uns der Abschied schwer.