Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der legendären Fiamma an der Spazzacaldeira – jener berühmten, freistehenden Granitflamme, die wohl jeder Kletterer einmal besuchen möchte. Die anfängliche Plattenkletterei verlangte uns mehr ab als gedacht, und so wechselten wir auf eine etwas leichtere Route, die uns nach rund 15 Seillängen direkt zur Fiamma führte. Der Anblick dieses fotogenen Gipfels – eine steinerne Flamme, die scheinbar in den Himmel wächst – bleibt unvergesslich. Von einem Felsvorsprung gegenüber konnten wir den Gipfel und die Kletterer perfekt im Bild festhalten – ein klassisches Bergell-Motiv! Nach dem luftigen Abstieg
freuten wir uns auf das ausgezeichnete Essen auf der Hütte – inklusive Nachschlag, versteht sich.
Am letzten Tag wartete noch eine weitere schöne Tour an der Punta Albigna, deren imposante Wand schon von der Hütte aus ins Auge fällt. Die Route führte elegant
durch die kompakten Platten, und mittlerweile waren wir im Granit richtig „eingegroovt“. Nur schade, dass es schon Zeit für den Abstieg war – am liebsten wären
wir noch eine Woche geblieben.Eines steht fest: Das Bergell hat uns nicht zum letzten Mal gesehen!
Jochen Erb
Abbildung oben: Punta Albigna
Abbildung unten: Die legendäre Fiamma