Hüttenordnung Haus Schattwald

Allgemeine Hütten- und Tarifordnung für das Haus Schattwald

(Allg HüOTO Sektion Geislingen/Stg, den 1.4.2019 )

Präambel

Das Haus Schattwald im Tannheimer Tal ist eine AV-Hütte der Kategorie 2.
Die Innerortslage schließt eine Nutzung als reine Party oder Eventhütte aus!
Das Haus ist besonders geeignet für Aufenthalt von

  • Familien
  • Ski- und Wandergruppen
  • Alpine Aus- und Fortbildungen
  • Allgemeine Sektionsveranstaltungen

Als reine Selbstversorgerhütte verfügt das Haus Schattwald über eine komplett ausgestattete große Küche um Lebensmittel zuzubereiten und zu lagern.
Wärmeenergie wird auf der Grundlage nachhaltiger Technologien bereitgestellt. Deren Bedienung erfordert das Fachwissen und die Erfahrung eingewiesener Hüttendienste.

1. Meldepflicht und Ausweis

Jeder Nächtigungsgast muss bei Ankunft den örtlichen Meldevorschriften nachkommen.
Am Anreisetag können Sie ab 17:00 Uhr in das Haus.
Sie melden sich beim Hüttendienst mit ihrer Buchungsbestätigung an und legen ihm alle Reisedokument und ggf. DAV Mitgliedsausweise vor.
Nachdem Sie die Meldebescheinigung unterschrieben haben, erhalten Sie ihre Unterlagen zurück. Ihre Gästekarte ist jetzt auch schon für Sie bereit.
Zur leichteren Auffindung Verunglückter oder Vermisster wird jedem Hüttengast empfohlen, das Ziel der Bergtour und die Handynummer dem Hüttendienst anzugeben.

2. Schlafplatz

2.1. Bevorzugten Anspruch auf Schlafplätze

Bevorzugten Anspruch auf einen Schlafplatz vor allen Hüttengästen haben:

  • Rettungsmannschaften im Dienst

2.2. Hygienische Auflagen

  • Hüttenschuhe oder ähnliches, sind im Haus obligatorisch. Schuhe, sind im Regal im Keller abzustellen. Nasse Kleidung kann im Trockenraum aufgehängt werden.
  • In den Zimmern ist komplette Bettwäsche mitzubringen. (kann in begrenztem Umfang beim Hüttendienst gegen Gebühr ausgeliehen werden).
  • Im Lager ist die Verwendung eines Schlafsacks oder Hüttenschlafsacks verpflichtend vorgeschrieben.
  • In der Selbstversorgerküche ist das benützte Geschirr unmittelbar nach dem Gebrauch abzuwaschen und in die Schränke einzuordnen. Etwaige Schäden, Bruch sind dem Hüttendienst zu melden. Herd, Spüle, Ablage und soweit notwendig, der Fußboden sind zu reinigen.

3. Reservierung und Storno

3.1. Anmeldung und Reservierung / Buchung

a) Allgemeines
Haus Schattwald steht vornehmlich den Mitgliedern der Sektion Geislingen des DAV, wie auch anderen Alpenvereinsmitgliedern aber auch Nichtmitgliedern im Rahmen freier Kapazitäten ganzjährig zur Verfügung.
Gruppen werden grundsätzlich nur aufgenommen, wenn mindestens ein Drittel der Teilnehmer Mitglied des DAV oder einer gleichberechtigten Organisation sind. Über Ausnahmen entscheidet der Hüttenwart.
Anmeldungen für Übernachtungen und andere Nutzungen der Hütte erfolgen grundsätzlich per E-Mail über den Hüttenwart. Mit der schriftlichen Buchungsbestätigung werden die Betten / Lageplätze reserviert.
Nach Eingang des Nächtigungsbetrages für den gesamten Aufenthalt sind die Betten / Lagerplätze verbindlich gebucht und werden vom Hüttenwart zugeteilt.
Telefonische Anmeldung bleibt als Ausnahme möglich. Unmittelbare Anmeldungen vor Ort werden bei den jeweiligen Hüttendiensten mit Absprache des Hüttenwartes entschieden und bar abgerechnet.

b) Termine
Anmeldungen werden frühestens 6 Monate vor dem geplanten Aufenthaltstermin angenommen. Dabei zählt immer der ganze Monat,
z.B. ab Januar für den Juni und nicht am 12. Januar für den 12. Juli. Für die Weihnachts – und Faschingsferien des Landes Baden-Württemberg gilt:

  • Ausschließlich Mitglieder der Sektion Geislingen können alle zwei Jahre einen Aufenthalt anmelden, daher sind Anmeldungen von Nicht-Sektions-Gruppen nicht möglich
  • Anmeldungen für Weihnachten / Neujahr werden ab 01.Juli, 07:00 Uhr nach E-Mail Eingang in der Reihenfolge bearbeitet
  • Anmeldungen für die Faschingsferien (ab Freitag vor Rosenmontag) werden in gleicher Weise bearbeitet. Dabei ist der Stichtag entweder der 01.09. (Fasching im Februar) oder der 01.10. (Fasching im März)

c) Belegungsregeln

Ein Aufenthalt im Haus Schattwald ist nur möglich, wenn

  • ein Hüttendienst anwesend ist und
  • während der Heizperiode mindestens 10 Gäste angemeldet sind. Veranstaltungen der Sektion Geislingen/Steige haben in der Belegung Vorrang und sind nicht an die 6-Monatsfrist gebunden. Dazu meldet der Tourenführer sein Vorhaben dem Hüttenwart. Der Hüttenwart reserviert Übernachtungsplätze für die maximale Teilnehmerzahl bis Meldeschluss. Die Teilnehmer der Veranstaltung melden sich über E-Mail beim Hüttenwart für die Übernachtung an und überweisen die Nächtigungsgebühr.

Bei Veranstaltungen anderer DAV Sektionen entscheidet der Hüttenwart.
Nichtmitglieder können nur in Begleitung eines DAV-Mitglieds im Haus Schattwald übernachten.

Gruppenanmeldungen:
Die Ansprechperson einer Gruppe kann die Betten / Lagerplätze für die gesamte Gruppe per E-Mail anfragen. Mit der schriftlichen Bestätigung werden diese reserviert. Der Verantwortliche sendet das ausgefüllte Anmeldungsformular für Gruppen zurück.
Nach Eingang der Aufenthaltsgebühr der gesamten Gruppe werden die Betten / Lagerplätze vom Hüttenwart verbindlich zugeteilt.

3.2. Storno

Im Falle von Rücktritt oder Nichtantritt werden Stornogebühren mit den geleisteten Zahlungen verrechnet.

3.2.1.1. Stornogebühren

  • Sollten einzelne oder alle angemeldeten und bestätigten Übernachtungsplätze nicht in Anspruch genommen werden, so ist bei Rücktritt ab 5 Tage vor Beginn des Aufenthaltes eine Stornogebühr von 4,00 € pro Person und Nacht zu zahlen.
  • Ab einer Gruppengröße von 5 Personen kann bis 21.00 Uhr am Vorabend der Anreise 20% der Gruppe kostenlos storniert werden.  Die obengenannte Frist errechnet sich ab dem Eingang der Stornierung (mündlich / telefonisch) beim Hüttenwart, in Ausnahmefällen beim Hüttendienst.

Wird die Nutzung der Hütte als Ganzes angemeldet und bestätigt, kann eine Gesamt-Nutzungsgebühr festgelegt werden. In diesem Fall

  • ist eine Anzahlung von 50% der Gesamt-Nutzungsgebühr fällig,
  • entfällt eine Stornogebühr für einzelne Gruppenmitglieder,
  • wird die Anzahlung nur zurückerstattet, wenn die Abmeldung der gesamten Gruppe früher als 14 Tage vor Beginn des Aufenthaltes beim Hüttenwart eingeht.

3.3. Zahlungen

Bei der Reservierung ist eine Anzahlung von 4€ pro Person und Nacht fällig.
Buchungen werden erst nach Überweisung des Komplettpreises, spätestens 14 Tage vor Beginn des Aufenthalts, bestätigt.

4. Nächtigungsgebühren

Nächtigungsgebühren und Aufenthaltsabgabe werden grundsätzlich bargeldlos und im Voraus im Rahmen des Anmeldeverfahrens erhoben.

4.1. Einzelregelungen

Mitglieder im Sinne der Tarifordnung sind:

  • Gäste, die einen gültigen Jahresausweis ihres Verbandes unter Anführung der entsprechenden Jahreszahl, auf dem das Gegenrechtslogo mit den Worten „GEGENRECHT-RÈCIPROCITE`“ eingedruckt oder aufgeklebt ist, vorweisen. (siehe auch Beilage A-4)  Angehörige der Bergrettungsdienste

4.2. Kostenlos Übernachtungen

Kostenlos aufgenommen werden

  • Hüttendienste (Paare mit Kindern bis 15 Jahre im gleichen Schlafraum)
  • Angehörige der Bergrettungsdienste im Einsatz,
  • Tourenführer/-innen, Ausbilder/-innen, Fachübungsleiter/-innen, Jugendführer/-innen, Jugendleiter/-innen und Familiengruppenleiter/-innen der Organisationen mit Gegenrecht (s. Beilage A-4), wenn sie sich als solche ausweisen können und in ihrer Funktion mit einer Gruppe von mindestens fünf Personen unterwegs sind (5 plus 1)
  • Begleitpersonen von Gästen mit Behinderung gemäß Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen B und/oder H

4.3. Ermäßigungen

Den Jugendtarif erhalten auch

  • Jugendleiter/-innen und Jugendführer/-innen bei Vorlage ihres Jugendleiter-/Jugendführer-Ausweises mit gültiger Jahresmarke
  • Schüler, Studenten und Auszubildende gegen Vorlage einer entsprechenden Bestätigung Gäste mit nachgewiesener Behinderung von min 50% zahlen jeweils die Hälfte des zutreffenden Tarifs.

4.4. Aufenthaltsabgabe der Gemeinde

Die eingezogene Aufenthaltsabgabe beinhaltet auch daraus folgende Verwaltungsaufwendungen und Gebühren.
Die Aufenthaltsabgabe ist unabhängig von Ermäßigungen oder kostenloser Aufnahme in jedem Fall zu zahlen.

4.5. Nächtigungstarife für Veranstalter

Veranstaltern (juristische Personen und ähnliche Einrichtungen, (z. B. Schulen) kann von der Sektion ein Nachlass auf die Nächtigungstarife eingeräumt werden. Der Nächtigungstarif für Veranstalter darf jedoch nicht geringer sein als der Nächtigungstarif für Mitglieder. Der Nachlass wird vom Hüttenwart in Abstimmung mit dem Vorstand festgelegt.

5. Verpflegung

Das Haus Schattwald ist eine reine Selbstversorgerhütte. Lebensmittel und Getränke sind mitzubringen oder vor Ort zu beschaffen.

6. Verhalten in der Hütte und ihrem Umfeld

6.1. Rücksichtnahme und Abfallbeseitigung

  • Die Nutzung der Hütte durch Gäste unterschiedlichen Alters, verschiedener Interessen und unterschiedlicher Ziele verlangt ein hohes Maß gegenseitigen Respekts und Rücksichtnahme. Alle Gäste sind daher aufgefordert, ihre Vorhaben, die andere belasten können (z.B. Lärm, Kochgerüche etc.) miteinander abzustimmen.
  • Die Hüttenbesucher sind gehalten, alle Einrichtungen der Hütte schonend zu behandeln, Strom und Wasser zu sparen.
  • Das Haus Schattwald liegt im Ortsteil Fricken der Gemeinde Schattwald. Daher ist rücksichtsvolles Verhalten insbesondere gegenüber den Nachbarn unabdingbar geboten. Besonders gilt:
  • Die Nachbargrundstücke sind landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Sinne einer guten Nachbarschaft bleiben Sie auf den Straßen und Wegen.
  • Landwirtschaftliche Maschinen, Rettungsdienste und Räumdienste benötigen breite Fahrwege, achten Sie deshalb beim Parken, auf den hauseigenen Parkplätzen, darauf. Fahren Sie, auch bei Schnee, ganz vor.
  • Die Gemeinde Schattwald verbietet im ganzen Ortsgebiet das Übernachten in Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen
  • Die Hütte und ihr Umfeld sind sauber zu halten. Dazu gehört auch das Einhalten der geltenden Vorschriften zur Mülltrennung. (Anlage)
  • Die Benutzung des Kletterschachtes erfolgt auf eigene Verantwortung. Eltern haften für ihre Kinder.
  • Am Abreisetag sind spätestens bis 12.00 Uhr
  • In den Zimmern die Waschbecken zu reinigen, die Papierkörbe zu leeren und die Böden zu saugen,
  • In den Lagern die Decken zusammen zu legen, die Leintücher glatt zu ziehen, Papierkörbe zu leeren und der Fußboden zu saugen,
  • In Abstimmung mit dem Hüttendienst Duschen, WC, Küche, Aufenthaltsraum, Treppenhaus und die Flure staubzusaugen und Waschräume zu reinigen.

6.2. Hüttenruhe

Generell soll von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr in den Hütten Ruhe herrschen. Die Hüttendienste können aber im Einvernehmen mit allen Hüttengästen den Beginn der Hüttenruhe auch zu einem späteren Zeitpunkt festsetzen. Die tatsächliche Zeit der Hüttenruhe ist gut sichtbar bekannt zu machen. Früh Aufstehende müssen sich so verhalten, dass sie die Hüttenruhe nicht stören.

6.3. Musizieren und Konzerte

Das Spielen von Musikinstrumenten ist nur im Einvernehmen mit den anderen Gästen und den Hüttendiensten gestattet. Musikalische Darbietungen gegen Eintrittsgeld sind grundsätzlich nicht gestattet.

6.4. Rundfunk-, Fernseh- und Musikgeräte Rundfunk-, Fernseh- und Musikgeräte dürfen weder in den Aufenthalts- und Schlafräumen noch im Hüttenbereich benutzt werden. Ausgenommen sind der Empfang des Wetter- und des Lawinenlageberichtes bzw. der Betrieb von Audiogeräten mit Kopfhörern außerhalb der Hüttenruhe. Die Hüttendienste können für bestimmte abgeschlossene Räume Ausnahmen zulassen, wenn die Gewähr besteht, dass die Gäste in den übrigen Räumen dadurch nicht gestört werden.

6.5. Internet

Es steht WLAN zur Verfügung. Zugangsdaten erhalten Sie beim Hüttendienst

6.6. Rauchen

Rauchen ist im Haus Schattwald verboten.

6.7. Verhalten in den Schlafräumen

In den Schlafräumen darf nicht gekocht werden. Sie dürfen nicht mit Straßen-, Berg- und Skischuhen betreten werden. Das Hantieren mit offener Flamme (Kerzen, Gaskocher etc.) ist verboten.

6.8. Haustiere

In den Hütten sind Haustiere grundsätzlich verboten. Die Unterbringung von Bergrettungs- und Blindenhunden wird durch die Hüttendienste geregelt.

6.9. Beschädigungen

Für jede fahrlässige oder vorsätzliche Beschädigung der Hütte oder ihrer Einrichtung hat die Verursacherin bzw. der Verursacher aufzukommen. Für das Verhalten von Kindern sind die Eltern oder die sie begleitenden Personen verantwortlich.

7. Aufsicht, Beschwerden

7.1. Hausrecht

Der Hüttenwart bzw. der Hüttendienst als sein Stellvertreter beaufsichtigt den Hüttenbetrieb und Ansprechpartner für die Gäste. Seinen Anordnungen ist Folge zu leisten. Er hat das Hausrecht und ist außerdem berechtigt den DAV- und Personalausweis einzusehen.

7.2. Verstoß gegen die Hüttenordnung

Wer diese Hüttenordnung nicht einhält, kann von der Hütte verwiesen werden.

7.3. Handhabung von Beschwerden

Beanstandungen und Beschwerden sollen an Ort und Stelle behoben werden. Ist dies nicht möglich, sind sie schriftlich an die Sektion zu richten. Gegen deren Entscheidung kann der Beschwerdeführer bzw. die Beschwerdeführerin das Präsidium des Bundesverbandes (DAV) anrufen, wenn er bzw. sie geltend macht, die Sektion habe gegen Vorschriften des Alpenvereins verstoßen.